Vorwort des Herausgebers

Herausgeber
Prof. Dr. med. Michael Birkholz

Gerichtsmedizinische Atlanten sind kaum aufgelegt meist schnell wieder vergriffen. Das Fach tangierende Fragen haben im Alltag deutlich zugenommen, die Anzahl der Experten eher nicht. Ärzte, Polizisten und Juristen, die ihren Arbeitsort weit weg von gerichtsmedizinischen Instituten haben, sind nicht selten auf sich alleine gestellt. Vor allem ihnen soll dieser Atlas mit Bildern und Tipps aus der Praxis ein Hilfsmittel und zugleich Gedächtnisstütze sein. Neu ist, dass – anders als beim klassischen Lehrbuch – der Inhalt regelmäßig ergänzt und aktualisiert werden wird, so dass im Laufe der Zeit ein sehr umfangreiches und zudem immer aktuelles Nachschlagewerk vorliegen wird. Und – da ein Smartphone mit Internetanschluss mittlerweile ein ebenso selbstverständlicher Begleiter wie eine Armbanduhr ist – wird der Nutzer bei Bedarf zu jeder Zeit und an jedem Ort den Atlas nutzen können.

Bei den meisten bildlichen Darstellungen handelt es sich um Arbeitsfotos, die ausschließlich der Dokumentation der gerichtsmedizinischen Arbeit dienten und nicht für Veröffentlichungen vorgesehen waren. Insofern bitten wir um Nachsicht, wenn das eine oder andere Foto nicht die brillante Aufmachung hat, die bei wissenschaftlichen Arbeiten sonst üblich ist – bei der Arbeit entstehen eben nicht nur Fotokunstwerke. Wenn ein Bild einen hohen Informationswert hat, haben wir andere Kriterien zurückgestellt, die üblicherweise gegen eine Veröffentlichung sprechen würden. Im Rahmen von Updates werden wir diesen Mangel peu à peu abstellen.

Gerichtsmediziner wie Kriminalisten schöpfen bei ihrer Arbeit aus ihrer Berufserfahrung. Je mehr Fälle man gesehen hat, um so unaufgeregter ist man, wenn es etwas schwieriger wird. So zeigen wir – wo es möglich ist – bewusst viele Bilder zu ein und demselben Sachverhalt, auch wenn sie sich nur wenig unterscheiden. Es gilt zum Einen, das Auge des Nutzers für die Variationsbreiten zu schärfen, zum Anderen wird das sich ständig Wiederholende leichter im Gedächtnis abgespeichert werden.

Zögern sie nicht mit helfender Kritik. Anregungen können bereits in das nächste Update mit einfließen.

Sollten Sie selbst einen Fall aus Ihrer Praxis für mitteilenswert halten – wir pflegen ihn gerne in den Atlas ein. Je mehr Fachleute den Atlas mittragen, desto besser wird er werden.

 

Bremen, im September 2016

Unterschrift